Der FC Schalke 04 und seine Fans trauern um Charly Neumann. Der legendäre Mannschaftsbetreuer starb am Dienstag im Alter von 77 Jahren. Zuletzt machten ihm gesundheitliche Probleme zuschaffen, vor allem mit dem Herzen. Außerdem erlitt er mehrere Schlaganfälle, so dass er in den letzten Jahren bereits kürzer treten musste. Der 1931 in Bochum geborene gelernte Bäcker und später erfolgreiche Gastronom trat 1950 dem FC Schalke 04 bei.
Als Bäckerlehrling lieferte er den ehemaligen Schalker Idolen Ernst Kuzorra und Fritz Szepan per Fahrrad die Frühstücksbrötchen an und übernham dann in den 1970er Jahren erste Aufgaben im Verein. Nach einigen Jahren als Jugendleiter übernahm er 1976 von Ede Lichterfeld das Amt des Mannschaftsbetreuers und stand fortan mit im Rampenlicht. Mit seinem guten Geist unterstützte er nicht nur Funktionäre, Trainer und Spieler sondern hatte stets auch ein offenes Ohr für die Anliegen der Fans. Charly lebte, zitterte und weinte wie kein anderer für Schalke. Bei den Abstiegen der Königsblauen in dn 80er Jahren heulte er zusammen mit den Fans. „Wegen Schalke habe ich in meinem Leben schon acht bis zehn Badewannen vollgeheult“, wovon aber mindestens die Hälfte „echt waren.“
Unvergessen sind auch die zahlreichen Anekdoten rund um das Unikum Charly Neumann, von denen hier nur einige wiedergegeben werden sollen. In den 70er Jahren hörte er sogar Sitzungen von Vereinsgremien in der Geschäftstelle ab, um zu erfahren, wie man dort über ihn dachte. Bundesliga-Abstieg 1981: Seine Tränen waren es, die dieses Unglück für alle Knappen anschaulich dokumentierten. Doch da es keine Bilder aus dem Stadion davon gab, stellte Charly diese Tränen für eine Boulevard-Zeitung einen Tag später nach. In den 80er Jahren verbannte ihn der frühere Manager Rudi Assauer vorübergehend von der Schalker Bank, später vertrug man sich aber wieder.
1986 wollte sich Charly Neumann sogar um das Amt des Vereinspräsidenten bewerben, zog sein Ansinnen zugunsten des langjährigen Vorsitzenden Günter Siebert zurück. Mailand im Mai 1997: Vor dem Schalker Uefa-Cup-Sieg zündete Neumann (wie vor jedem wichtigen Spiel) in der Kirche eine Sieges-Kerze an. 2003 wurde Neumann für die Verdienste um seinem Verein in das Schalker Ehrenpräsidium berufen, seit 2005 trägt eine Brücke zur Veltins-Arena zu seinen Ehren den Namen “Charly-Neumann-Brücke”. Doch ein letzter großer Traum sollte nicht mehr in Erfüllung gehen. Im vergangen Jahr sagte Neumann „Bevor ich sterbe, möchte ich noch einmal mit der Schale eine Ehrenrunde in der Arena laufen. Davon träume ich fast jede Nacht.“
Auch der Verein HeartKick e.V. verliert mit Charly Neumann einen Freund und Förderer der ersten Stunde, der sich seit dem Jahr 2006 stets auch für unseren Verein engagiert hat. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Der Verein HeartKick e.V. wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.


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