
Freuen sich auf den Rosenmontagszug: (hinten von links): Jürgen Wollhofer (Schilder Wollhofer), Ulrich Serowy (Vorsitzender HeartKick e.V.) sowie Frank Hesse (Arche Noah), Frank Petersen (Förderverein Arche Noah), Ina Mentges-Schröter (Leiterin Arche Noah), Inka Voss (Arche Noah) sowie die Kinder der Arche Noah.
Wenn sich am Sonntag (14.02.) um 14:00 Uhr in Wattenscheid der sechs Kilometer lange Lindwurm aus Motivwagen und karneva-listischen Fußgruppen in Bewegung setzt, schwimmen zwölf mehrfach behinderte und unheilbar kranke Kinder und Jugendliche sowie 20 erwachsene Begleiter auf der Woge der närrischen Heiterkeit mit. Sie verbringen das Faschingswochenende in der Arche Noah – Kurzzeiteinrichtung und Hospiz für Kinder und erleben zum Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ ein außergewöhnliches Projekt. Als Tiere verkleidet, fahren sie auf einem elf Meter langen Motivwagen mit. Der Tieflader wird zu einem rollenden Schiff umgebaut, das an die biblische Arche Noah erinnert. „Für die Kinder ist das ein ganz besonderes Erlebnis“, erklärt Ina Mentges-Schröter, die Leiterin der Gelsenkirchener Einrichtung. „Sie erleben hautnah die tausende feiernden Menschen, die ihnen zujubeln.“
Sechs Monate lang haben hauptberufliche Mitarbeiter der Arche Noah zusammen mit dem Förderkreis und dem Verein HeartKick e.V. die Teilnahme am Wattenscheider Karnevalszug vorbereitet. Die Mutter eines im vergangenen Jahr in der Arche Noah verstorbenen Kindes schneiderte mit einer Gruppe befreundeter Frauen in wochenlanger Kleinarbeit die Tierkostüme – ganz nach biblischem Vorbild je zwei von jedem Tier. Am Reißbrett wurde der Gerüstaufbau für den Tieflader entworfen und mit Buntstiften der Druck der Motivplanen skizziert. Minutiös die Planung für die An- und Abfahrt die benachbarte Hellwegstadt: Schließlich sitzt die Mehrzahl der Kinder und Jugendlichen in einem Rollstuhl. Spezialbusse übernehmen den Transport. Mehrere Zentner Bonbons warten in der Arche Noah auf den Einsatz. „Für die Kinder ist es ein riesiger Spaß, die Kamelle in die Menschenmenge am Straßenrand zu werfen“, weiß Inka Voß, die pädagogische Leiterin der Arche Noah.
Das närrische Treiben hat in der Einrichtung Tradition. Jedes Jahr an Rosenmontag findet auf den Fluren mit Bollerwagen und bunten Kostümen ein hausinterner Mini-Rosenmontagszug statt. „Er gehört zu unserem pädagogischen Angebot, das sich auch am Jahreskreis und seinen Fest- und Feiertagen orientiert“, erklärt Inka Voß.
Vor zwei Jahren nahm die Arche Noah erstmals am Wattenscheider Karnevalszug teil – damals mit einer Fuß- und Rollstuhlgruppe. „Die Resonanz war sehr beeindruckend und für uns alle ein unvergessliches Erlebnis“, erinnert sich Ina Mentges-Schröter. „Mit dem Motivwagen sind wir jetzt unabhängiger von der Witterung, und oben vom Wagen sehen die Kinder mehr.“
Ohne Partner und Sponsoren sei das Projekt nicht zu realisieren, erklärt Frank Petersen, Schatzmeister des Förderkreises. „Deswegen sind wir dankbar, mit dem Verein HeartKick und seinem Vorsitzenden Ulrich Serowy einen Partner an Bord zu haben, der unseren Kindern schon mehrfach außergewöhnliche Erlebnisse beschert hat und ebenfalls über zahlreiche Kontakte zu Unternehmen in der Region verfügt.“
Leiterin Ina Mentges-Schröter freut sich über die Offenheit, mit der der Festausschuss Wattenscheider Karneval und sein Vorsitzender Josef Najda dem Projekt begegnen. „Wir sind dankbar, dass unser Plan, in diesem Jahr mit einem Motivwagen teilzunehmen, so herzlich aufgenommen wurde.“ Die Verbindung zu den Karnevalisten der Nachbarstadt begann vor vier Jahren, als das ehemalige Prinzenpaar der Hellwegstadt, Stephie I und Maik I., während seiner Regentschaft Spenden für die Arche Noah sammelte.
Mit dem gleichen Karnevalswagen nimmt der Verein „HeartKick e. V.“ dann am Rosenmontag (15. Februar 2010) ab 14:30 Uhr auch am Karnevalsumzug in Gelsenkirchen-Erle teil, den jedes Jahr mehrere 10.000 Menschen besuchen. Unser Verein kommt einer Einladung des Gelsenkirchener Stadtprinzenpaares Björn I. und Jessica I. nach. Diese haben eine Spendenaktion zu Gunsten des Vereins “HeartKick” ins Leben gerufen. Während der gesamten Karnevals-Session 2009/2010 sammeln die Karnevalisten Spenden, um die Arbeit des Vereins zu unterstützen. Dafür sagen wir herzlichen Dank!


